Zugegeben, das Jahr 2016 ist sowas von zu Ende, die Jahresrückblicke sind längst gelaufen, aber ich finde, auf die besten Filme 2016 darf man Mitte Januar noch mal kurz zurückblicken. In Zeiten von Netflix, Amazon und Co. lässt sich ja alles Versäumte leicht nachholen. Meine durch und durch subjektive Auswahl:

  • Raum (Irland/Kanada 2016): Oh Gott, ein Film über die Entführung einer Siebzehnjährigen und ihrer Gefangenschaft und ihrem Sohn, der in Gefangenschaft geboren wurde, sonst noch was? Das kann doch nur gruselig sein. Weit gefehlt. Drehbuchautorin Emma Donoghue, die auch die literarische Vorlage schrieb, und Regisseur Lenny Abrahamson haben alles richtig gemacht, heraus kommt einer der berührendsten Filme des Jahres, fern ab von Kitsch und Sentimentalität.
  • Toni Erdmann (Deutschland 2016). Darf nicht fehlen. Da bin ich mir mit so vielen positiven Kritiken ganz und gar einig. Eine sperrige, eigene Komödie mit einer wunderbaren Sandra Hüller, die zwischen Verletzlichkeit und Stärke hin und her brilliert. Buch und Regie: Maren Ade. Europäischer Filmpreis: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Darsteller (Sandra Hüller und Peter Simonischek)
  • 24 Wochen (Deutschland 2016). Noch ein Film, in dem eine Frau im Mittelpunkt steht. Julia Jentsch spielt die Hauptrolle großartig und ihr moralischer Konflikt um die Frage, ob sie ihr schwerbehindertes Kind auf die Welt bringt, lässt niemanden kalt. Und wer Bjarne Mädel bisher nur als urkomischen „Tatortreiniger“ kannte, wird von seinen dramatischen schauspielerischen Fähigkeiten als Ehemann und Vater des ungeborenen Kindes überrascht werden.
  • Spotlight (USA 2015). Ein Team von Journalisten der Zeitung „Boston Globe“ deckt den sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche in Boston auf und enthüllt, wie durch die Versetzung der Priester die Verbrechen jahrelang von den Verantwortlichen vertuscht wurden. Ein spannender Film in bester Journalistenenthüllungsmanier. Wer „Die Unbestechlichen“ (USA 1976) immer wieder gerne ansieht, wird auch diesen Film lieben. Regie: Tom McCarthy, Buch: Tom Mc Carthy und Josh Singer. Oscar für den besten Film und das beste Originaldrehbuch.
  • Rico, Oscar und der Diebstahlstein (Deutschland 2016). Der beste Kinderfilm des Jahres und der dritte Teil der Rico und Oscar-Trilogie, die alle sehenswert sind, dank der großartigen Bücher über Rico und Oscar von Andreas Steinhöfel. Doch diesmal hat Oscar neben dem Krimiplot um den verschwundenen Stein aus Fitzkes Erbe und einer Verfolgungsjagd, die die Jungs bis an die Ostsee führt, noch ein ganz anderes Problem: mit seinem Vater Lars und dem berühmten grauen Gefühl. Rico erfährt, wie es sich anfühlt, wenn einen der beste Freund manipuliert. Oscars Vater Lars muss erwachsen werden und Oscar begreift, dass vielleicht auch Erwachsene eine zweite Chance verdienen. Buch: Martin Gypkens, Regie: Neele Vollmar

Welches waren Eure besten Filme für 2016? Ich freue mich auf Eure Meinungen!