Stoffentwicklung und Filmdramaturgie

Autor: Regina Weber (Seite 1 von 7)

Filmfest Bremen

Heute beginnt das Filmfest Bremen. Ich war dieses Jahr in der Vorjury für die Auswahl der Kurz- und Langfilme in der Kategorie „Humor“. Das heisst, ich habe Hunderte von Filmen schon vorab gesehen und empfehle Euch deshalb unbedingt, ein Ticket zu kaufen und das Wochenende zu nutzen, um Filme zu entdecken und zu gucken, die Ihr sicher kaum anders sehen könnt!

Leider findet natürlich unter den gegebenen Umständen alles online statt, daran ist man leider schon gewöhnt. Alle empfohlenen Filme, weitere Infos und das ganze umfangreiche Programm findet Ihr auf der Website des Filmfest Bremen .

Hier meine Empfehlungen für die besten Kurz – und Langfilme in der Kategorie „Humor“. Ich bin gespannt, ob es einer der Beiträge bis zur Preisverleihung am Sonntagabend schafft, ich drücke die Daumen!

  • Madame Greniers Toaster. Regie: Jethro Massey, UK. Eine einsame, alte Frau und ihre sehr spezielle Beziehung zu ihrem Toaster.
  • Kurt. 5 Min. Regie: Matthias Kirchner, Deutschland. 2020. Ein Kuckuck aus einer Kuckucksuhr macht sich selbstständig.
  • Get Luke Down . 83 Min. Regie: Drew V. Marke, UK. 2020. Zwei Frauen nehmen Rache an einem Online-Troll. Krass.
  • Die fruchtbaren Jahre sind vorbei. 90 Min. Regie: Natascha Beller, 2019. Schräge Komödie über Frauen in den Dreißigern und ihren Kampf um Kind und Karriere.
  • Being Gavin. 95 Min. Regie: Owen Elliot und Mark Killmurry, Australien. 2019 Eine Beziehungskomödie zum Thema Lüge und Wahrheit.
  • Sugar Crash. 12 Min. Regie: Liat Glik, Israel. 2020. Wird Ava (60) dünn oder Schauspielerin?
  • Fortissimo. 20 Min. Regie: Janine Piguet, Schweiz. 2019. Das Thema Lärmbelästigung in ganz neuem Licht.
  • A Happy Women. 15 Min. Regie: Toni Martin. Spanien. Eine Frau verschwindet in der Unsichtbarkeit.
  • Bittersweet. 14 Min. Regie: Max Mir. Großbritannien. 2019. Ein alter mutloser Mann, ein kleiner, neugieriger Junge und ein Schokoladenkuchen.
  • Like in Mykono. 14 Min. Regie: Alessandro Porzio. Italien. 2020. Eine italienische Insel findet eine ganz eigene Lösung für das Thema Migration.

Exposés schreiben

Ein Workshop des Bremer Literaturkontors mit der Dramaturgin und Autorin Regina Weber

Wie schreibe ich ein Exposé für einen fiktionalen Stoff, um mich für ein Stipendium zu bewerben oder mich bei einem Verlag oder einer Agentur vorzustellen?

Mit diesem Workshop möchte das Bremer Literaturkontor vier Bremer Autor*innen die Möglichkeit geben, mit gezielter dramaturgischer Unterstützung und im gegenseitigen Austausch ein aussagekräftiges Exposé für ein Romanprojekt zu entwickeln.

Einen Tag lang besprechen wir in einer kleinen Gruppe die Stoffe. Die Teilnehmer*innen bringen ihr bisher erarbeitetes Exposé (1 – 3 Seiten) mit und stellen ihren Stoff vor. Gemeinsam besprechen wir den Stand der Dinge, Stärken und Schwächen, und entwickeln und diskutieren Vorschläge zur Überarbeitung der Exposés. Nicht nur die leitende Dramaturgin, sondern auch die anderen Teilnehmer*innen bringen ihre Fragen und Ideen ein, um die Exposés weiterzuentwickeln. Bis zum zweiten Termin werden alle Exposés überarbeitet und ein zweites Mal diskutiert. Ziel des Workshops ist ein aussagekräftiges Exposé, mit dem sich die Autor*innen für ein Stipendium bewerben oder das sie bei einem Verlag oder einer Agentur einreichen können.

Deadline für die Bewerbung ist der 19.4.2021. Bis dahin müssen die Exposés vorliegen. Eine Woche vor dem ersten Workshop-Termin werden alle Bewerber*innen benachrichtigt und den ausgewählten Teilnehmer*innen werden die Exposés der vier anderen zugeschickt – mit der Bitte, sie bis zum Workshop gründlich zu lesen.

Termine:            Samstag, den 8. Mai und 10. Juli 2021 jeweils von 10 bis 16 Uhr

Ort:                      Bremer Literaturkontor, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen.

Wir planen den Workshop als Präsenzveranstaltung, je nach Umständen müssen wir gegebenenfalls auf ein Onlineformat ausweichen. Der Workshop wird organisiert durch das Bremer Literaturkontor und ist für Mitglieder des Vereins kostenlos. Andere Bremer*innen zahlen einen Unkostenbeitrag von 25,- Euro für beide Termine.

Bewerbungen mit den vollständigen Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse) und dem Exposé (als PDF) bitte per E-Mail an folgende Adresse schicken: info@literaturkontor-bremen.de

Kontakt: Bremer Literaturkontor / Jens Laloire, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, Tel.: 0421 327943, E-Mail: info@literaturkontor-bremen.de, www.literaturkontor-bremen.de

Die dramaturgische Sprechstunde – Exposéberatung

Die Idee der dramaturgischen Sprechstunde ist es, Autor*innen zu beraten, die sich mit einem Exposé bei einer Ausschreibung, einem Verlag oder einer Agentur mit ihrem Roman bewerben wollen. In einem persönlichen Gespräch gibt die Dramaturgin und Autorin Regina Weber konkrete Vorschläge für die Überarbeitung und Professionalisierung des Exposés, und zwar sowohl, was die formalen Aspekte des Exposés angeht, als auch zu den inhaltlichen Fragen des Romans wie Thema, Plot und Figuren. Die Autor*innen schicken vorab ihr Roman-Exposé von zwei bis drei Seiten und wir verabreden ein Treffen, im Moment werden die Gespräche online stattfinden. Dieses Format eignet sich für Anfänger*innen, die das erste Mal eine Romaneinreichung vorbereiten, als auch für professionelle Autor*innen, die sich einen Blick von außen auf ihr Projekt wünschen.

Die Exposé – Beratung wird organisiert durch das Bremer Literaturkontor und ist für Mitglieder des Vereins kostenlos. Andere Bremer*innen zahlen einen Unkostenbeitrag von 15,- Euro.  

Wer Interesse an einer Exposé- Beratung hat, meldet sich mit den vollständigen Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse) und dem Exposé (als PDF) bitte per E-Mail bei folgender Adresse: info@literaturkontor-bremen.de.

Regina Weber arbeitet nach ihrer Zeit als Redakteurin (ARD, ZDF) seit vielen Jahren als freiberufliche Film- und Fernsehdramaturgin in Bremen und hat zahlreiche Serien, TV-Spielfilme und Kinostoffe lektoriert und dramaturgisch begleitet. Im WS 2012/13 bis SS 13 war Regina Weber Dozentin an der Bremer Universität für Kreatives Drehbuchschreiben und leitet seitdem verschiedene Workshops zur Stoffentwicklung für das Bremer Filmbüro und das Bremer Literaturkontor (Drehbuchwerkstatt 2015). Sie ist Mitglied im Verband für Film- und Fernsehdramaturgie e.V., VeDRA (www.dramaturgenverband.org/profil/regina-weber und www.skriptreif.de )

Kontakt: Bremer Literaturkontor / Jens Laloire, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, Tel.: 0421 327943, E-Mail: info@literaturkontor-bremen.de, www.literaturkontor-bremen.de

Serienhighlights 2020

Zum Jahresende meine persönliche Best-Of-Liste, falls Euch langweilig wird zwischen den Jahren …

After Life . Tonys Frau ist tot und Tony hat beschlossen, dass das Leben keinen Sinn mehr macht. Er tut alles, was man tun muss: er geht zur Arbeit, zu seinen bizarren Kollegen in die kleine Lokalzeitung, er geht zu seinem miesen Therapeuten, er versorgt seinen Hund, er besucht das Grab seiner Frau auf dem Friedhof und er besucht seinen dementen Vater im Pflegeheim. Aber nichts macht mehr Sinn ohne Lisa. Erst recht nicht, sich zu verstellen, also sagt er allen Menschen ab sofort die Wahrheit. Er haut einen Spruch nach dem anderen raus, ohne Rücksicht auf Verluste oder die Gefühle seiner Mitmenschen. Denn er kann sich immer noch umbringen, das ist sein Ausweg. Serien, in denen es um den Tod geht und ein Leben mit dem Tod, vielleicht brauchen wir das gerade alle in Corona – Zeiten? Sehr britisch. Sehr komisch. Sehr traurig. Zwei Staffeln. Dramedy. Regie, Drehbuch und Hauptrolle: Ricky Gervais. Netflix.

New Amsterdam . Seit „Emergency Room“ und „Greys Anatomy“ bin ich ein Fan der Krankenhausserie, aber erst in diesem Jahr habe ich mich wieder daran erinnert und das liegt an Max Goodwin und seinem Team im New Amsterdam. Dr. Max Goodwin tritt seine neue Stelle als Direktor des Krankenhauses an, kurz daruf wird bei ihm eine Krebserkrankung festgestellt. Jetzt ist er Arzt und Patient gleichzeitig, was zu spannenden äußeren und inneren Konflikten führt. Die Serie beruht auf den Memoiren des Arztes Dr. Eric Mannheimer, der am ältesten Krankenhaus in New York gearbeitet hat. Zwei Staffeln. Medical Drama. Amazon Prime.

I Am Not Okay With This . Sydney ist siebzehn, gerade ist ihr Vater gestorben, sie ist verliebt in ihre Freundin Dina, die aber verliebt ist in Brad, den Syd unterirdisch findet. Zum Glück gibt es noch Stanley Barber, sonst wäre das Leben ziemlich trostlos. Bis Syd entdeckt, was passiert, wenn sie so richtig wütend wird. Sieben Folgen. Drama. Neflix.

Babylon Berlin Staffel 3 . Bisher habe ich gar nicht zur Fangemeinde der gefeierten Serie Babylon Berlin gehört, aber diese Staffel hat mich gepackt. Vielleicht liegt es am Filmsetting, in dem dieses Mal ein Mord passiert. Vielleicht liegt es daran, dass es eine Mordermittlung gibt, der ich tatsächlich folgen konnte. Vielleicht liegt es an den beiden Hauptfiguren Charlotte Ritter und Gereon Rath, die dieses Mal mehr Raum bekommen und die noch nicht am Ende ihrer Geschichte sind. Jedenfalls ausdrückliche Empfehlung. Zwölf Folgen. Drama. ARD/ Mediathek.

Liebe Und Anarchie . Sofie arbeitet als erfolgreiche Beraterin für einen Verlag, Max ist der junge Programmierer, zwischen den beiden entspinnt sich eine Beziehung, die verrückter nicht sein kann. Aus einer Challenge zwischen zwei Charakteren, die trotz des Altersunterschieds auf Augenhöhe sind, entstehen echte Gefühle, die beide Leben auf den Kopf stellen. Erfrischend skandinavisch. Drama/ Komödie. Acht Folgen. Netflix.

Neuigkeiten von VeDRA

Mehr als „Daumen hoch oder Daumen runter“. VeDRA wirbt für Transparenz im Umgang mit Drehbüchern und veröffentlicht neue Lektoratsmodule

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Team von VeDRA-Mitgliedern mit langjähriger kompetenter Erfahrung im Lektorat von Sendern, Produktionsfirmen, Förderern, Verleihern und Streamingportalen hat aktualisierte Bewertungsmaßstäbe zur dramaturgischen Beurteilung von Drehbüchern entwickelt, die VeDRA aktuell veröffentlicht.

Ein gutes Drehbuch ist die Voraussetzung für einen guten Film. Doch ein professionelles Lektorat kann entscheidend zum Erfolg von Drehbuch und Film beitragen. VeDRA, der Berufsverband der Lektoren und Dramaturginnen, setzt sich seit seiner Gründung für mehr Professionalität, Transparenz und offene Standards in der Drehbuchberatung ein. Die Veränderungen im medialen Erzählen und bei den Distributionswegen haben eine Neubestimmung und Aktualisierung des Lektorats erforderlich gemacht. Es geht heute nicht mehr allein um Figuren und Handlung. Zur Einschätzung der Zielgruppen, Prognoseerwartungen und Sendeplatzkompatibilität wenden Lektorinnen heute gemäß den aktuellen Trends des medialen Erzählens individuell angepasste Bewertungsmaßstäbe an.

Der Verband veröffentlicht nun aktualisierte Empfehlungen für die dramaturgische Beurteilung von Drehbüchern. Eine Expertengruppe hat dafür ein Modulsystem entwickelt, mit dem sich Spielfilme, Serien, dokumentarische und crossmediale Stoffe, Adaptionen und Computerspiele dramaturgisch einschätzen lassen. Der Leitfaden und die Musterformulare richten sich als Empfehlung an Autoren, Produzentinnen, Filmförderungen, Sender, Verleiherinnen und andere Stoffentwickler. Der Leitfaden und die Musterformulare stehen ab sofort unter www.dramaturgenverband.org/service/lektoratsmodule zum Download zur Verfügung. VeDRA präsentiert die neuen Lektoratsmodule am 18. März 2020 im Babylon Berlin.

Panel-Präsentation der VeDRA-Lektoratsmodule
Datum: Mittwoch, 18. März 2020
Uhrzeit: 20 Uhr
Ort: BABYLON, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

Die verantwortlichen Dramaturginnen und Lektoren werden die neuen Empfehlungen vorstellen und Fragen beantworten. Für die Veranstaltung kann man sich unter antwort@dramaturgenverband.org anmelden. Eine Teilnahme ist aufgrund der Veranstaltungsgröße nur mit Rückbestätigung möglich.  

Der Verband

VeDRA vereint unter einem Dach alle Berufsbilder, die Stoffe und Geschichten für Filme und Serien entwickeln. Der Verband, vor 18 Jahren auf dem Filmfest in München gegründet, leistet mit seinen filmpolitischen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag, um die Bedeutung dramaturgischer Kompetenz zu stärken. Der online laufend aktualisierte Dramaturgen-Guide, der in zweijährigem Turnus auch im Print erscheint, unterstützt Autoren, Produzenten, Förderungen und Redakteure bei der Suche nach geeigneten Dramaturgen. Mit dem PDF Magazin „Wendepunkt“ werden dreimal im Jahr dramaturgisch relevante Fragestellungen erörtert. Im Zweijahresturnus richtet der Verband die Tagung „FilmStoffEntwicklung“ aus.

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