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Stoffentwicklung und Filmdramaturgie

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Neuigkeiten von VeDRA

Mehr als „Daumen hoch oder Daumen runter“. VeDRA wirbt für Transparenz im Umgang mit Drehbüchern und veröffentlicht neue Lektoratsmodule

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Team von VeDRA-Mitgliedern mit langjähriger kompetenter Erfahrung im Lektorat von Sendern, Produktionsfirmen, Förderern, Verleihern und Streamingportalen hat aktualisierte Bewertungsmaßstäbe zur dramaturgischen Beurteilung von Drehbüchern entwickelt, die VeDRA aktuell veröffentlicht.

Ein gutes Drehbuch ist die Voraussetzung für einen guten Film. Doch ein professionelles Lektorat kann entscheidend zum Erfolg von Drehbuch und Film beitragen. VeDRA, der Berufsverband der Lektoren und Dramaturginnen, setzt sich seit seiner Gründung für mehr Professionalität, Transparenz und offene Standards in der Drehbuchberatung ein. Die Veränderungen im medialen Erzählen und bei den Distributionswegen haben eine Neubestimmung und Aktualisierung des Lektorats erforderlich gemacht. Es geht heute nicht mehr allein um Figuren und Handlung. Zur Einschätzung der Zielgruppen, Prognoseerwartungen und Sendeplatzkompatibilität wenden Lektorinnen heute gemäß den aktuellen Trends des medialen Erzählens individuell angepasste Bewertungsmaßstäbe an.

Der Verband veröffentlicht nun aktualisierte Empfehlungen für die dramaturgische Beurteilung von Drehbüchern. Eine Expertengruppe hat dafür ein Modulsystem entwickelt, mit dem sich Spielfilme, Serien, dokumentarische und crossmediale Stoffe, Adaptionen und Computerspiele dramaturgisch einschätzen lassen. Der Leitfaden und die Musterformulare richten sich als Empfehlung an Autoren, Produzentinnen, Filmförderungen, Sender, Verleiherinnen und andere Stoffentwickler. Der Leitfaden und die Musterformulare stehen ab sofort unter www.dramaturgenverband.org/service/lektoratsmodule zum Download zur Verfügung. VeDRA präsentiert die neuen Lektoratsmodule am 18. März 2020 im Babylon Berlin.

Panel-Präsentation der VeDRA-Lektoratsmodule
Datum: Mittwoch, 18. März 2020
Uhrzeit: 20 Uhr
Ort: BABYLON, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

Die verantwortlichen Dramaturginnen und Lektoren werden die neuen Empfehlungen vorstellen und Fragen beantworten. Für die Veranstaltung kann man sich unter antwort@dramaturgenverband.org anmelden. Eine Teilnahme ist aufgrund der Veranstaltungsgröße nur mit Rückbestätigung möglich.  

Der Verband

VeDRA vereint unter einem Dach alle Berufsbilder, die Stoffe und Geschichten für Filme und Serien entwickeln. Der Verband, vor 18 Jahren auf dem Filmfest in München gegründet, leistet mit seinen filmpolitischen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag, um die Bedeutung dramaturgischer Kompetenz zu stärken. Der online laufend aktualisierte Dramaturgen-Guide, der in zweijährigem Turnus auch im Print erscheint, unterstützt Autoren, Produzenten, Förderungen und Redakteure bei der Suche nach geeigneten Dramaturgen. Mit dem PDF Magazin „Wendepunkt“ werden dreimal im Jahr dramaturgisch relevante Fragestellungen erörtert. Im Zweijahresturnus richtet der Verband die Tagung „FilmStoffEntwicklung“ aus.

Sommernews

Kurz vor dem Beginn der Sommerferien noch ein paar interessante Neuigkeiten aus der dramaturgischen Praxis und aus meinem Leben als Leserin:

  • Wer wissen will, was in der Fiktionabteilung des ZDF los ist, lese das sehr spannende und aufschlussreiche Interview mit dem Leiter der Hauptredaktion I für Serie/ Fernsehfilm, Frank Zervos, im Medienmagazin DWDL. Vor allem, was die Zusammenarbeit mit jungen AutorInnen und kleinen Produktionsfirmen angeht, eine „Aufforderung zum Tanz“, würde ich sagen!
  • Die von mir sehr verehrte Schauspielerin Meryl Streep ist gerade erstaunliche 70 Jahre alt geworden, in der Südeutschen Zeitung findet sich eine „Würdigung“ von Tobias Kniebe, die ihr und ihrem Können und ihrer feministischen Haltung gerecht wird.
  • Anlässlich des Münchner Filmfests, das gerade stattfindet, ist ein neuer „VeDRA – Wendepunkt“ erschienen, die 44. Ausgabe der Zeitschrift des Dramaturgenverbands, mit dem Themenschwerpunkt „Stoffentwickung“ und einem sehr lesenswerten Beitrag von Timo Gößler und Katrin Merkel zur deutschen Variante des Writer’s Room.
  • Für alle Bremer und Bremerinnen interessant ist die aktuelle Aussschreibung vom Bremer Literaturkontor und dem Senator für Kultur für das Bremer Autorenstipendium. Leider ist die Kategorie „Drehbuch“ diesmal nicht dabei, aber für alle, die einen literarischen Text in der Schublade haben, gilt die Aufforderung, bis zum 19. August einzureichen. Viel Glück!
  • Apropos Sommerferien. Das sind die Bücher, die ich in den Sommer mitnehme: David Sedaris „Wer’s findet, dem gehört’s“ (Tagebauaufzeichnungen seines verrückten Lebens); Jean-Luc Bannalec „Bretonisches Vermächtnis“ (ein liebgewordenes Ritual in jeden Sommerferien seit acht (!) Jahren, jeden Sommer ein neuer Krimi); Johann Harstad „Max, Mischa und die Tetoffensive“ (viel zu dick, um es im Alltag zu schaffen) und Georg Möller „Und immer wieder mein Garten … Schriftstellerinnen über ihre besondere Beziehung zum Garten“ (wenn mir nur noch nach Blättern und Fotos ansehen ist, weil ich bereits tiefenentspannt bin …).

Bleibt mir nur noch allen einen schönen Sommer zu wünschen!

10 Fragen an Meike Dannenberg

Meike Dannenberg
Foto: Copyright Studioline

Meike Dannenberg ist Autorin, Journalistin und Literaturredakteurin des Magazins BÜCHER und lebt mit ihrer Familie in Bremen. Sie hat gerade ihren zweiten Kriminalroman veröffentlicht: „Gefährdet“ (btb). Meike liest ganz aktuell am Dienstag, den 19.2.2019, um 18 Uhr in der Krimibibliothek der Stadtbibliothek Bremen. Weitere Informationen zur Autorin und ihrem Buch finden Sie unter: http://meikedannenberg.de

Auf welchen Wegen oder Umwegen bist du zum Schreiben gekommen?

Ich war ein sehr pragmatisches Kind und ich wollte gerne im oder am Wald leben. Aber was kann man da arbeiten? Försterin verwarf ich, (Rehe erschießen!), aber Schriftstellerin beschwor ein Traumbild in mir herauf: mit Blick über die Wiesen und Bäume schöne Geschichten verfassen. Weil ich mir schon dachte, dass es schwierig werden könnte, davon wirklich zu leben, begann ich mit etwa elf einen ersten Roman – mit dem Hintergedanken, dass die Verlage sicher bei einer so jungen Schriftstellerin eine Ausnahme machen und das Buch veröffentlichen, auch wenn es nicht brillant ist. Leider merkte ich bereits nach wenigen Seiten, dass ich einen Film nacherzählte, den ich unlängst gesehen hatte, meine Freundin gewann einen Kurzgeschichtenwettbewerb und ich beschloss, dass ich nicht genug Fantasie für den Beruf habe. Im Laufe meines Lebens habe ich dann aber nach und nach alles vermieden, dass mich nicht in Richtung Literatur führte und nebenbei fast immer geschrieben. Ich habe Chancen ausgeschlagen, die sich falsch anfühlten, und letztlich blieb mir nichts anderes übrig, als das Schreiben endlich ernst zu nehmen. Jetzt ist es, als sei ich zum Ursprung zurückgekehrt, und ich bin sehr glücklich darüber! Leider möchte meine Familie nicht im Wald wohnen und ich mag die Annehmlichkeiten einer Stadt auch gar nicht mehr missen.

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

Ich arbeite an einem Exposé für einen dritten Band der Krimireihe mit Nora Klerner und parallel an einem Jugendbuch, das schon recht weit gediehen ist. Wenn ich ein Manuskript abgegeben habe, muss ich schnell mit etwas Neuem anfangen, es entsteht sonst eine unangenehme Lücke. Wie soll ich einschlafen, wenn ich dabei nicht über den Fortgang einer Geschichte nachdenken kann?

Wie sieht ein vollkommener Arbeitstag für Dich aus?

Gemütlich Kaffee trinken, Zeitung lesen und Mails beantworten bis zehn, in ein Café gehen und dort hoch inspiriert einige Stunden schreiben, nachmittags etwas mit der Familie unternehmen und abends mit einer Freundin ins Kino. Die tägliche Realität sieht leider anders aus, aber ab und an gönne ich mir diesen perfekten Tag!

Was wäre aus Dir geworden, wenn Du kein/e Autor/in geworden wärst?

Meeresforscherin. Als die pragmatische Entscheidung Journalismus getroffen wurde, dachte ich, ein Biologiestudiums würde mir dabei helfen, mich zumindest die meiste Zeit beruflich in der Natur aufhalten zu können. Als Teenagerin habe ich mikroskopiert, Fische und Schildkröten gehalten. Ich bin froh, dass es nicht so gekommen ist. Als Meeresforscherin hätte mich der Zustand der Gewässer in tiefe Depressionen gestürzt. Ich habe allerdings einen Traum umgesetzt, Tauchscheine gemacht und war im Regenwald von Venezuela.

Von wem oder durch was hast Du am meisten über das Schreiben gelernt?

Durchs Lesen. Ich habe schon als Kind viel gelesen. Ein Erweckungserlebnis war ein Urlaub, in dem ich die Kinderbücher (u.a. „Die rote Zora“ und „Märchenmond“) bereits auf der Fahrt nach Griechenland (über den damaligen „Autoput“, der sich in etwa so anfühlte, wie er heißt) durchgelesen hatte. Danach musste ich die Bücher meiner Eltern lesen: „Die Entdeckung der Langsamkeit“, „Das Geisterhaus“, „Die Herrin vom Nil“. Ich habe nicht alles verstanden, aber stellte fest, dass Literatur mich auf allen Ebenen vereinnahmen kann. In den letzten Jahren habe ich außerdem das Privileg ausgenutzt, dass ich als Literaturredakteurin Interviews mit erfolgreichen Autoren führe: ich habe jeden einzelnen nach seiner Arbeitsweise ausgequetscht. Das war sehr hilfreich, um zu verstehen, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sind, wenn es um das praktische Entstehen eines Buches geht. Und dass alle kreativ schaffenden Menschen die gleichen Ängste teilen.

Das beste Buch über das Schreiben?

Für mich hat tatsächlich, schon vor vielen Jahren, der überesoterische „Weg des Künstlers“ den größten Effekt gehabt. Die Affirmationen fand ich albern, aber hier ging es vorrangig darum, sich überhaupt Kreativität zuzugestehen, Vertrauen zu entwickeln und sich die inneren Kritiker vorzuknöpfen. Dabei wird gleichzeitig viel geschrieben, und dann wusste ich, wie mein erstes Projekt aussehen wird.

Was tust Du außer Schreiben?

Als Literaturredakteurin lese ich sehr viel. Und wir haben eine vollen Familienalltag mit sehr gekümmertem Einzelkind, in dem ich das meiste wuppe, weil mein Mann länger arbeitet. Ich schreibe fast immer, wenn ich nichts anderes tun muss. Also könnte man sagen, ich tue nichts außer Schreiben? Nein, das stimmt nicht, wir haben einen Schrebergarten, ich singe seit vielen Jahren, backe neuerdings Torten, male und bastle gerne.

Dein aktuelles Lieblingsbuch?

Ich habe eher immer eine Lieblingsautorin, derzeit Tana French. Ich mag ihre leichte, fast tänzelnde Sprache, die recht ausufernd ist. Bei ihr vergesse ich Form, Plot und Stil und kann mich wieder ganz auf die Geschichte einlassen. Ich würde gerne Krimis schreiben wie sie und das spornt mich an, obwohl jeder seine eigene Erzählsprache hat und finden muss. Es erinnert mich aber daran, was ich an Büchern so liebe!

Welchen Film hast du in letzter Zeit gesehen, der dir besonders gefallen hat? Und warum?

Klingt vielleicht komisch, aber das war „Jurassic World“. Meine Familie war auf einem Konzert und ich hatte, was höchst selten ist, den Abend unter der Woche zu Hause für mich alleine. Ich wollte Popcorn-Kino und der Film hat das vollends befriedigt, ich habe nichts gedacht außer: „Lauf!“ Und dabei Sekt getrunken.


Aktuell

Kreatives Drehbuchschreiben – Die Grundlagen

Mehr als jedes andere Schreiben ist Drehbuchschreiben Handwerk. In diesem Basis – Seminar für Einsteiger werden wir folgende Fragen beantworten: Welche Geschichte will ich erzählen? Wie entwickle ich glaubwürdige Figuren? Wie funktioniert die Drei-Akt-Struktur?  Wie entwerfe ich eine Szene? Wie funktionieren gute Dialoge? Was ist ein Pitch, ein Exposé, ein Treatment? Und wie kann man diese Formen erfüllen und dabei seiner eigenen Vision der Geschichte treu bleiben?

Termin:  Samstag, den 23. Februar, 10 bis 18 Uhr /ausgebucht

Ort: Filmbüro Bremen, Hinter der Holzpforte 1

Kosten: 60 €. Für Mitglieder des Filmbüros: 50 €.

Die Anmeldung ist ab sofort möglich und erfolgt über das Filmbüro Bremen, Saskia Wegelein: wegelein@filmbuero-bremen.de

Treatment.lab

Wie schreibe ich ein Treatment, mit dem ich mich für eine Filmförderung oder bei einer Produktionsfirma bewerben kann? Die Drehbuchidee liegt vor. Ziel des Treatment.lab ist die Erstellung eines aussagekräftigen Treatments, das bei einer Produktionsfirma oder bei einer Filmförderung eingereicht werden kann. Das Treatment.lab ist geeignet für alle, die an ihren eigenen fiktionalen Stoffen arbeiten und Lust haben mit gezielter dramaturgischer Unterstützung in der Gruppe ihren Stoff weiter zu entwickeln.

Die Stoffe der Teilnehmer stehen im Mittelpunkt und werden individuell begleitet und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Stoffe werden in der Gruppe zur Diskussion gestellt. Nicht nur die leitende Dramaturgin, sondern auch die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen bringen ihre Fragen und Anregungen ein, um die Texte der anderen weiterzuentwickeln. Zwischen den drei Terminen bleibt Zeit, um an den eigenen Stoffen zu arbeiten. Am Ende des Workshops werden die Stoffe der Teilnehmer im Rahmen einer Veranstaltung des Filmbüros einem breiteren Publikum vorgestellt.

Die Teilnehmer bewerben sich mit einem Pitch oder einer Idee (1 S.), einer Probeszene (2 S.)  und einer Kurzbio/filmografie. Arbeitsproben, Filmproben oder Links können gerne mit eingereicht werden. Die Auswahl der Teilnehmer und die Zusammenstellung der Gruppe aus maximal vier Teilnehmern erfolgt durch das Filmbüro und die leitende Dramaturgin Regina Weber.

Termine:  jeweils Samstag, 10 bis 18 Uhr in den Räumen des Filmbüro Bremen, Hinter der Holzpforte 1, am 30. März, 4. Mai und 22. Juni 2019

AUSGEBUCHT

Der Preis für alle drei Termine beträgt 180 €. Mitglieder des Filmbüros: 150 €. Ratenzahlung ist möglich.

Die Bewerbung erfolgt über das Filmbüro Bremen, Saskia Wegelein. wegelein@filmbuero-bremen.de

Zehn Fragen an Dorothee Schmitz-Köster

(Foto: Tristan Vankann)

Dorothee Schmitz-Köster arbeitet seit vielen Jahren als Journalistin und Buchautorin. Ihr neuestes Buch “ Raubkind – Von der SS nach Deutschland verschleppt“ ist soeben erschienen.  Ihre Lesung in Bremen findet am 13.  September um 18 Uhr im Wallsaal der Bremer Stadtbibliothek statt. Weitere  Informationen unter: http://www.schmitz-koester.de/

Auf welchen Wegen oder Umwegen bist du zum Schreiben gekommen?

Es waren tatsächlich Umwege. Mit meinem Germanistik- und Philosophiestudium wollte ich eigentlich Lehrerin werden. Aber es gab keine Stellen – zum Glück für mich. Außerdem bekam ich das Angebot zu promovieren, für mich die Eintrittskarte für den „freien Markt“. Ich fing an, journalistisch zu arbeiten, und als mir die Produktion von „Eintagsfliegen“ nach kurzer Zeit nicht mehr reichte, machte ich mich an Tiefenbohrungen, sprich: Große Radiostücke, das erste Buch …

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

Gerade ist mein zehntes (Sach-)Buch fertig geworden – jetzt stehen Lesungen, Vorträge, Interviews auf dem Programm. Außerdem arbeite ich an meinem Archiv … eine Aufgabe für die nächsten Jahre! Und eine Idee für einen kürzeren Text gibt es auch schon.

Wie sieht ein vollkommener Arbeitstag für Dich aus?

Absolute Konzentration! Ein Geistesblitz unter der Dusche. Viele Stunden am Schreibtisch – ungestört von Mails oder Telefon. Zwei, drei Bewegungs- und Frischluftpausen. Ein Abendessen, von jemand anders gekocht. Plaudern in kleiner Runde. Vom Text träumen …

Was wäre aus Dir geworden, wenn Du kein/e Autor/in geworden wärst?

Wahrscheinlich doch Lehrerin. Vielleicht Detektivin, wegen der Recherchelust. Oder Architektin, was ich mir als Kind vorgestellt habe ..

Von wem oder durch was hast Du am meisten über das Schreiben gelernt?

Durch Arbeit am Text. An der Uni ist ein Prof mit mir mein Referat durchgegangen, Wort für Wort. Seitdem schreibe ich gerade Sätze. Später beim Radio gab es einen geduldigen Redakteur, der mir das Schreiben fürs Hören an  meinen Manuskripten beibrachte. Das hat meinen Stil nachhaltig geprägt – ich lese mir meine Texte im Entstehen immer wieder selbst vor.

Das beste Buch über das Schreiben?

Ich habe keins der „Lehrbücher“ gelesen, obwohl es sicher gute gibt. Bei meinem neuen Buch – der Geschichte eines geraubten Kindes – war für mich wichtig: Per Olov Enquists „Die Ausgelieferten“. Ein dokumentarischer Roman, akribisch recherchiert, nicht unliterarisch … Diese Verbindung von Faktischem und Fiktivem würde ich auch gern hinbekommen.

Was tust Du außer Schreiben?

Kochen, Fotografieren, Walken … naja, und leben!

Dein aktuelles Lieblingsbuch?

Oh je, ich lese so viel, dass ich oft den Überblick verliere. Lieblingsbuch, Lieblingsbuch? Ist gerade nicht.

Welchen Film hast du in letzter Zeit gesehen, der dir besonders gefallen hat?  Und warum?

„Körper und Seele“ (von Ildikó Enyedi, Goldener Bär 2017) hat eine wunderbar-langsame Filmsprache, einen ungewöhnlichen Ort mit unverbrauchten Bildern (Schlachthof), winzige Szenen, die fast alles sagen … Toll!

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